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FAMILIEN GEHEIMTIPP GETTORF

Überraschende Vielfalt

Die kleine Gemeinde Gettorf bietet viel mehr als so manch ein Gast erwarten würde. Der Ort liegt nicht direkt am Strand oder Meer, ist davon aber auch nur wenige Minuten entfernt. Dafür ist es in den Ferien nicht so voll und überlaufen. Hier kann man ganz entspannt in den Urlaubstag hineinleben oder seine Ausflüge starten. Das Ostseebad Eckernförde liegt direkt vor der Haustür. Auch in die Landeshauptstadt Kiel oder nach Schleswig und Rendsburg ist es nicht weit. Der schöne Naturpark Hüttener Berge und der Nord-Ostsee-Kanal ist zu Fuß oder mit dem Rad sehr gut zu erkunden. In Gettorf gibt es einige attraktive Angebote. Diese stellen wir Dir hier vor.

Mit den Kindern in die historische Schulstube

Heute nehme ich mir Gettorf vor, ein Ort mit rund 7.500 Einwohnern, idyllisch gelegen zwischen Eckernförder Bucht, Nord-Ostsee-Kanal und Kiel. Zugegeben, die Kleinstadt wirkt auf den ersten Blick nicht gerade spektakulär, aber doch irgendwie gemütlich mit der Fußgängerzone, den vielen, alten Häusern und dem über 60 Meter hohen Turm der St.-Jürgen-Kirche. Ich habe meine Tochter Lene dabei. Die freut sich riesig auf den Ausflug, denn ihre beste Freundin Marla und deren Papa Oli sind dabei.

Als erstes gehen wir in das Heimatmuseum der Gemeinde. Hier soll es eine tolle, historische Schulstube geben.

So, wollen wir doch mal sehen, wie wir unsere sieben Jahre alten, doch ziemlich verwöhnten Erstklässler mit „Schulunterricht wie vor 100 Jahren“ beeindrucken können. Ich freue mich schon diebisch und kann mir vorstellen, was Fräulein Strüfing vom Heimatmuseum den Mädchen gleich alles zeigt. Stilvoll in einem langen, geblümten Kleid, Weste und Spitzenkragen empfängt sie uns in dem Heimatmuseum gleich neben der imposanten Gettorfer Windmühle „Rosa“.  Die eben noch plappernden Kinder sind auf einmal mucksmäuschenstill, bekommen blaue Kleiderschürzen übergebunden und gehen Hand in Hand sittsam in den Schulraum.  Auch Oli und ich werden mit Schürze und Matrosentuch ausstaffiert.

Der Rohrstock auf dem Allerwertesten

Hier stehen uralte, zerkratzte Tische und Schulbänke, eine alte Tafel, ein Stehpult und jede Menge ausgestopfte Tiere. Fräulein Strüfing ist mit ihren 74 Jahren zauberhaft. Lene und Marla hängen an ihren Lippen, als sie von früher berichtet. „Ihr müsst die Hände falten, die Füße zusammenstellen und zur Lehrerin schauen.“ Und: „Wer nicht hörte, der bekam schon mal das Ohr umgedreht. Oder der Rohrstock landete auf dem Allerwertesten.“ Entsetzte Blicke bei den Mädchen – Oli und ich grinsen über die Reaktionen unserer Kinder. „Zeigt mal eure Fingernägel. Sind die auch sauber?“ Verschämt werden die Hände gezeigt. Naja. „Und seht mal hier, dies ist eine Eselskappe. Wer sich gar nicht benehmen konnte, musste die tragen und so durch’s Dorf gehen. Zuhause gab es dann manchmal Schläge vom Vater.“ Marla ist so mutig und setzt die Kappe auf. Die Kinder kichern. Oli und ich auch.

Griffel, Sticktücher und tote Schlangen

Wir üben die Alte Schrift mit dem Griffel, winken mit gestickten Taschentüchern, betrachten tote Schlangen in Wassergläsern. Lene sieht ein altes Klavier und meldet sich brav. „Kannst Du darauf spielen?“, fragt sie Fräulein Strüfing. „Das ist ein Harmonium. Nein, das kann ich leider nicht.“ Aber wir können uns alles nach dieser Schulstunde lebhaft vorstellen, wie hier gesungen wurde, wie Naturkunde-Unterricht stattfand, wie Zucht und Ordnung herrschten. „Was der Lehrer machte, war leider die gottgewollte Ordnung“, seufzt Christine Strüfing, die früher selber Leiterin der Grundschule im Nachbarort Felm war.

Kaum draußen, toben die Kinder wieder herum und sind ratzfatz zurück im 21. Jahrhundert. Oli und ich wollen noch nicht raus, lassen uns noch ein bisschen im Heimatmuseum herumführen und bewundern die nachgebauten Zimmer des Gettorfer Heimatforschers August Seidel aus dem 19. Jahrhundert. Toll auch die alte Schusterwerkstadt, der Webstuhl von 1869, alte Telefone oder Poesiealben. „Hier stehen aber Schätze rum“, sagt Oli beeindruckt. „Sieht man erst, wenn man drin ist.“ Wir könnten noch ein Stündchen länger bleiben, aber das nächste Highlight wartet.

Das Geotanium - Reise in die Urzeit

Das Geotanium ist nicht weit, aber in Gettorf muss fast man immer über den Bahnübergang und die Schranken sind – wie so oft – geschlossen. In dem geologischen Museum werden wir herzlich empfangen von Johannes Jannsen. „Bei uns lernt ihr alles über Steine. Wir wollen euch die Urzeit nahebringen. Und ganz wichtig: Ihr dürft hier alles anfassen“, grinst der Leiter. Na, das ist doch schon mal gut. Unsere zwei Forscherinnen ziehen gleich los und setzen sich an einen Maltisch. „Hier, das sind Ammoniten, die dürft ihr anmalen.“ Lene und Marla sind beschäftigt. Wir Großen schauen uns interessiert um. Überall liegen außergewöhnliche Steine, Kristalle funkeln, Riesenzähne aus der Urzeit tummeln sich auf Regalen. Wunderschöne, polierte Seeigel, Stinkkalk, versteinerte Riesenmuschel – wir tauchen ab in eine ganz eigene Welt.

Oliver und ich sind beide totale Laien in Sachen Geologie. Umso ungläubiger schütteln wir den Kopf darüber, was Johannes so erzählt. „In unserer Eckernförder Bucht findet man alles Mögliche: Calcite, Rosenquarz, Donnerkeile, aber auch Gold. Ich habe hier schon Gold gefunden.“ Will er uns veräppeln? Scheinbar nicht. Vorne in der Werkstatt sitzt gerade eine ganze Gruppe von Kindern, die Fossilien bearbeitet und zum Beispiel kleine Schneckenhäuser freilegt. Mit Schutzbrillen und Werkzeug wird ordentlich gehämmert und gestaubt. Unsere Mädchen hat es mittlerweile in die riesige Sandkiste verschlagen. „Wir suchen nach Edelsteinen“, ruft Lene begeistert. Oli und ich gucken eine Weile zu, dann hält uns nichts mehr und wir graben mit – immer auf der Suche nach dem fettesten Stein.

Rütteln und Schütteln beim Goldwaschen (Kopie)

Zum Abschluss steht noch Goldwaschen an. Johannes gibt uns geriffelte Pfannen. „Hierzu braucht ihr Geduld. Ihr müsst richtig doll und lange im Wasser schütteln, das Gold ist schwer und sinkt zu Boden.“ Ein Seitenblick zu uns Erwachsenen: „Also Trennung nach der Dichte, nicht nach der Korngröße.“ Aha, ja nee, ist klar. Ich bin schon wieder überfordert. Die Mädchen rütteln und schütteln und füllen stolz ihre kleinen Tüten mit Edelmetall. Wir kaufen noch ein paar besonders schöne Steine, ärgern uns, dass wir nicht mehr Zeit mitgebracht haben und ziehen weiter durch Gettorf.

Tierpark Gettorf

Es wird wärmer an diesem Mai-Tag, wir ziehen die Jacken aus und schlendern zum Eingang des Tierparks Gettorf. Der ist nun wirklich ziemlich bekannt. Ich als Kielerin war bestimmt schon viermal hier, Oli hat quasi seine halbe Kindheit hier verbracht. Sofort zieht es uns zu den Affen, die hier ihre Späßchen treiben. Marla lacht sich kaputt über zwei kämpfende kleine Äffchen. Lene grinst über einen Berberaffen, der bei einem Mähnenspringer – eine Art Mischung aus Schaf und Ziege – auf den Rücken springt. In einem anderen Raum beobachten wir fasziniert den winzigen Blauen Pfeilgiftfrosch. „Mama, ist der gefährlich?“ Ich lese das Schild. „Jo, und wie. Der kann bis zu zehn Menschen töten.“

Mit der Stinkdrüse zielgenau ins Gesicht

Wir schlendern zu den Zebras („Iih, hat der schlechte Zähne“), bewundern elegante Meerkatzen, mischen uns unter die Ziegen, verteilen großzügig Futter und platzen schließlich mitten in eine Stinktier-Fütterung. Max heißt der großgewachsene Biologiestudent, der mit viel Humor Stinktierdame Fiona und Co. mit verschiedenen Leckereien füttert. Bestimmt 60/70 Leute hören zu – hier ist richtig was los. „Vorsicht, die spritzen zielgenau ins Gesicht. Das brennt“, erklärt Max. „Mir tun sie aber nichts. Guckt mal, sie laufen mir hinterher wie Hündchen. Ich kann sie sogar anfassen.“

Max nimmt uns vier noch mit zu den Tapiren. Wir dürfen rein ins Gehege. Ich weiß gar nicht, wie ich diese schweineähnlichen, mächtigen, bis zu 300 Kilogramm schweren Viecher beschreiben soll? Sie haben eine lange, rüsselartige Nase. Und die Haut? „Hm, fühlt sich ganz fest an“, sagt Marla. „Das ist Tambo. Diese Tapire, die tun gar nichts, die kann man totkuscheln“, findet Max. Lene zieht die Nase kraus, weil es scheinbar stinkt. Irgendwie ist sie nicht so begeistert wie der Tierpfleger.

Alles steht Kopf im „Total Verrückten Haus“

Die Kinder wollen noch auf den Spielplatz – davon gibt’s hier Dutzende, aber ich will ihnen unbedingt noch das „Total Verrückte Haus“ zeigen. In diesem roten, schwedischen Holzhaus steht alles auf dem Kopf, auch die Inneneinrichtung. An der Decke hängt das Klo, auf dem gerade jemand sein Geschäft erledigt, der Tisch mit Teller, Tassen und Nutella scheint einem auf den Kopf zu fallen, und das Schlimmste: Das ganze Haus wackelt. Zumindest fühlt es sich so an, uns ist ganz schwindelig. „Hier steht, dass das 99 Prozent aller Besucher so empfinden. Das Haus ist bis zu sieben Grad geneigt“, liest Oli vor. Abgefahren. Ich mache noch kurz einen Handstand. Aha, jetzt sehe ich alles wieder aus der richtigen Perspektive.

Das war toll, wir kommen wieder

So, unser Gettorf-Tag ist zu Ende. Wir vier sind – ungelogen – völlig begeistert und hatten so ein Familienparadies in diesem kleinen Ort echt nicht erwartet. Wir könnten noch die historische Wandertour durch Gettorf machen – das wurde mir auch empfohlen. Da kommt man zum Beispiel vorbei an der Holländermühle Rosa, am sagenhaften Teufelsstein oder am ältesten Fachwerkhaus von 1750. Aber die Kinder können nicht mehr, sie haben sich so richtig ausgepowert. Das wird wohl keine zwei Minuten dauern, dann fallen ihnen im Auto die Augen zu. So soll’s sein. Dann kommen wir eben gerne wieder in die schöne Gemeinde Gettorf.

Quelle: Andrea Schmidt

Andrea Schmidt

Auf Tour durch die Eckernförder Bucht

Die freie Journalistin Andrea Schmidt ist für uns auf Tour durch die Eckernförder Bucht. Sie erlebt Land, Leute, Attraktionen so wie Du und ich. Mal ist sie mit ihren Kindern, ihren Freundinnen oder auch alleine unterwegs. Andrea war mit Eseln wandern, beim Piratenspektakel, mit dem E-Bike im Dänischen World unterwegs und auf Winter-Shopping-Tour durch das Ostseebad Eckernförde. Mal sehen was sie in nächster Zeit noch alles in unserer schönen Region erleben wird.

Tourismus in Gettorf

Gettorf liegt in der Urlaubsregion Eckernförder Bucht. Endloses Strandvergnügen an der Ostsee, Natur pur in den Hüttener Bergen, das maritime Flair der Hafenstadt Eckernförde – inmitten dieser Urlaubsregion Eckernförde Bucht liegt Gettorf.

Übernachten in Gettorf

Finde hier Deine Lieblingsunterkunft und genieße entspannten Urlaub in der Eckernförder Bucht.

Wir freuen uns auf Dich.

Alltag raus - Entspannung rein!

Natur- und Sportfans kommen in Gettorf ebenfalls auf ihre Kosten. Das umfassende Rad- und Fußwanderwegenetz bietet die perfekte Möglichkeit, sich in herrlicher Umgebung zu erholen.

Tierpark Gettorf

Und hier solltest Du auf jeden Fall vorbeischauen, wenn Du in Gettorf bist: im über die Landesgrenzen hinaus bekannten Tierpark Gettorf, der einzige privatwirtschaftlich betriebene Tierpark Schleswig-Holsteins. Sehenswert ist vor allem das „Verrückte Haus“, das komplett auf dem Dach steht.

Geotanium

Eine neue Freizeiteinrichtung ist seit Oktober 2014 das Museum „Geotanium“, wo Du die Welt der Steine aktiv und mit ihrer Geschichte erleben kannst. Schulklassen, Dinofans, Kindergeburtstage, Fossiliensammler, Klassenfahrten, Urzeitbegeisterte: Ihr seid alle herzlich willkommen!

Wochenmarkt Gettorf

Fangfrischer Fisch, regionales Obst- und Gemüse (z. T. aus integriertem oder biologischem Anbau), Eier, Honig, Brot, Gebäck Fleisch- und Wurstwaren aus eigener Herstellung, Kaffeegenuss, Blumen, griechische und mediterrane Feinkost, Käsespezialitäten oder saisonale Produkte – die Auswahl der Produkte auf dem Gettorfer Wochenmarkt ist groß und lädt zum Kochen aus frischen Zutaten und zum Schlemmen ein!